Der Ursprung







‘Bella Ciao’ – Das Partisanenlied

Das Lied ‘Bella Ciao’ wurde weltweit bekannt als Hymne der italienischen Widerstandsbewegung gegen den Faschismus. Zu seinem Klang sammelten sich die Partisanen in Dörfern und Städten, um im Morgengrauen in PKWs und LKWs, zu Fuß oder auf Fahrrädern raus in die Berge zu ziehen, sich von dort der menschenverachtenden Übermacht und dem Zynismus der Zeit zu widersetzen.

“O bella, ciao! … O partigiano, portami via “ — “Leb wohl, meine Schöne! … Oh Partisan, trage mich fort.”

In einem kleinen Ort südlich der Universitätsstadt Padova gibt es heute in einem alten Palazzo ein kleines Privatmuseum, in dem sich Memorabilia der Zeit sammeln. Hinter zahnlosen Fensterläden und einer abblätternden Fassade finden sich zwischen Bauhausmöbeln aus erster Serie und allerlei Kuriosem auch Partisanenwaffen, kleine Kanonen, Gewehre, Flaggen, Fahrräder und sogar ein kleines Flugzeug. Es ist das alte Anwesen eines Großonkels. In diesem verwunschenen Wunderort spielten wir schon als Kinder gerne und wurden immer von der noblen Eigentümlichkeit der so funktionell reduzierten Partisanenutensilien in den Bann gezogen. Nichts durfte zu viel sein, nichts sollte stören, alles musste universal einsetzbar, leicht zu warten, flexibel und schnell sein. Zwischen all den Dingen, die der kleine Palast beherbergt, findet sich auch die hölzerne Skulpur eines Corvo – eines Rabenvogels – nicht unähnlich dem legendären Malteser Falken und vergleichbar geheimnisvoll, da von gänzlich unbestimmbarer Provenienz oder Bedeutung. Der fröhliche Vogel ist jetzt unser Wappentier.

Die Räder der italienischen Resistenza

Der besonderen Bedeutung des Fahrrades im Italien des frühen 20. Jahrhunderts widmen sich ungezählte Romane, Sachbücher und Filme. Unvergessen davon Vittorio de Sicas Meisterwerk „Ladri di biciclette“ – Die Fahrraddiebe – von 1948. Ein kleiner Band, der 2008 in Italien erschienen ist, sammelt erstmals Berichte und Erzählungen rund um das Fahrrad in der italienischen Resistenza.

Von Kurieren und Stafettenfahrern ist zu lesen, von beschlagnahmten Kraftfahrzeugen und Motorrädern und von einer privaten Infrastruktur, die maßgeblich über Fahrräder funktionierte. Vom berühmten Radrennfahrer Gino Bartali wird berichtet, daß er geheime Depeschen in dem Rahmenrohr seines Rennrades schmuggelte. Von Partisaninnen ist zu lesen, die auf ihren Rädern in einem unvergleichlich modernen Chic, beseelt von einer höheren Aufgabe, über das Land flogen und bis weit ins Nachkriegsitalien das Bild der modernen, sportlichen und selbstbewußten Frau prägten.

In England seien die Damen auch recht ansehnlich auf ihren Rädern unterwegs gewesen, ist in historischen Berichten zu lesen. Aber nirgendwo hätten sich Eleganz und Zweirad jemals eindrucksvoller und bezaubernder verbunden, als in dem Fahrstil italienischer Mädchen. Eine Eleganz übrigens, die nicht untypisch ist für das Fahren auf italienischen Stadträdern mit ihrer charakteristischen Rahmengeometrie.

Auch kleidet – im Allgemeinen und im Besonderen – weniges so gut, wie wenn etwas von einer höheren Aufgabe beseelt ist. Diese ‚höhere Aufgabe’ ist – wenn man so will – bei BELLA CIAO der gnadenlose Fokus auf Funktionalität und Fahrvergnügen.

Nichts ist beliebig, nichts ist überflüssig. Alles kommt aus Funktion, Tradition, Innovation und Entdeckung und nichts ist rückwärts gewandt. Nichts ist ‚Retro’ um des Retro willens. Alles ist echt, reduziert, offen und frei.

BELLA CIAO ist modern im Wortsinne. – Zeitlos modern im Wortsinne. – Weniges kleidet besser. Weniges fährt sich besser.